LinkedIn oder Xing: Welches Netzwerk ist besser?

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7. März 2021

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Tools, Trends

Jeder hat sicher schon von LinkedIn oder Xing (oder sogar beiden) sozialen Netzwerken gehört. Von manchen werden sie auch als „Facebook für die Arbeit“ abgestempelt. Obwohl viele Millionen Nutzer existieren, sind diese Plattformen für viele ein Mysterium. Im folgenden Artikel geht es demnach um Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Vorteile von LinekdIn und Xing.

Fakten und Statistiken von LinkedIn und Xing

Xing

Das Netzwerk wurde 2003 vom deutschen Unternehmen New Work gegründet. Nach wie vor liegt der Fokus dabei auf dem deutschsprachigen Raum, auf welchem der Anbieter noch Platzhirsch ist. Seit Gründung ist die Anzahl der Nutzer bis auf heute über 20 Mio. Nutzer angestiegen, von welchen über 1 Mio. Nutzer eine Premium-Mitgliedschaft besitzen. Diese hat im Gegensatz zur kostenlosen Basis-Mitgliedschaft mehrere Zusatzfunktionen (dazu später mehr).

LinkedIn

Das ebenfalls 2003 gegründete Netzwerk aus den USA weist im DACH-Raum etwas weniger Mitglieder auf (16 Mio.). Jedoch belaufen sich die weltweiten Mitgliederzahlen auf über 740 Mio. Daraus lässt sich der etwas globalere Fokus erahnen, den LinkedIn aufweist.

spielfiguren auf einem brett

Das (seriöse) soziale Netzwerk

Bei beiden handelt es sich um soziale Netzwerke. Das bedeutet, dass sich der Mehrwert dadurch ergibt, dass viele Nutzer aktiv sind und Informationen miteinander teilen. Dabei ähneln sie vom Grundprinzip her Facebook. Im Kern jedoch geht es nicht um private Inhalte, sondern den beruflichen Austausch. Daher nehmen beide Netzwerke eher die Rolle von digitalen Lebensläufen ein. Jedoch sind haben sich beide bis heute weiterentwickelt und bieten mehr Funktionen an.

LinkedIn präsentiert sich dabei eher als offenes Netzwerk, dass zum Austausch diverser Inhalte dient. Nutzer können Beiträge verfassen, teilen, kommentieren oder einen Daumen nach oben geben. In einem sogenannten Feed sind neue Ereignisse und Inhalte schier endlos einsehbar. Der Content steht also im direkten Fokus. Wenn man selbst ein großes Netzwerk hat und regelmäßig Inhalte postet, besitzt man auf LinkedIn eine enorm große Reichweite und kann seine Gefolgschaft stark vergrößern. Ähnlich wie bei Instagram haben sich auch dort Influencer entwickelt, welche beispielsweise Beiträge zur Selbstentwicklung oder Organisation verfassen und teilen. In Gruppen ist dies dann in einem konkreteren fachlichen Umfeld möglich.

Xing tut sich bezüglich des Contents etwas schwerer. Anstatt eines Feeds und vieler Medien ist lediglich das Teilen von schriftlichen Beiträgen oder Bildern möglich. Der Aufbau der Plattform unterscheidet sich zudem deutlich und hat eher das Ziel, eine Premium-Mitgliedschaft beim Nutzer zu erreichen. Diese ermöglicht ihm zusätzliche Funktionen. Trotzdem können Nachrichten an andere Nutzer geschrieben oder Beiträge kommentiert werden.

Selbstdarstellung

Ein weiter Kern beider Netzwerke ist die Darstellung von Fähigkeiten, Titeln, oder Schulabschlüssen. Im Endeffekt erreicht man somit eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Recruiter Interesse zeigen. Auf Xing lässt sich dies im Profil ergänzen. Dazu gibt es „Campus“, welches die Suche nach Jobs oder Arbeitnehmern nach Keywords ermöglicht. Die Einzelnen Funktionen wie z.B. „Stellenmarkt“ und „Eventmarkt“ zeigen zudem, dass Xing statt Content oder Aktivitäten eher das Matching von Arbeitgebern und Arbeitnehmern fokussiert. Es ist nicht ganz so dynamisch wie LinkedIn und erfordert vom Nutzer nicht viel Interaktion.

Im Bereich der glaubwürdigen Darstellung von Fähigkeiten hat LinkedIn auch weit die Nase vorne. Durch die Verknüpfung von LinkedIn-Learning (früher Lynda) und nachweisbaren Fähigkeiten ist dies eleganter umgesetzt. Ersteres umfasst die eigene Plattform mit Video-Kursen zu diversen Themen, welche mit einem Zertifikat abgeschlossenen werden. Im eigenen Profil kann ein Besucher diese einsehen. Letzteres ermöglicht dem Nutzer, dass andere Personen eine Fähigkeit bestätigen, was die Seriosität enorm erhöht. Mittlerweile kann man sogar direkt auf LinkedIn Wissenstests zu z.B. Software durchführen, welche das eigene Profil ordentlich verschönern. Letztendlich erhöht dies auch die Wahrscheinlichkeit, dass Recruiter den Nutzer finden, jedoch brilliert hierbei die soziale Komponente. Man kann sich mit anderen über Tutorials oder Kurse austauschen.

Jobsuche auf LinkedIn und Xing

Die einst wichtigste Funktion bei LinkedIn und Xing ähnelt sich sehr stark. Die bereits genannten Funktionen von Xing konzentrieren sich genau darauf, die Selbstdarstellung zu optimieren. Die Karriereseiten von Xing erstrecken sich dabei nach wie vor auf den DACH-Raum. Spezielle Gruppen dienen anstatt dem regen Austausch eher der Werbung für Unternehmen und Projekte. Das sogenannte „Employer Branding Profil“ ist weiterhin eine kostenpflichtige Variante, sich für interessierte potentielle Arbeitnehmer als Unternehmen zu präsentieren.

LinkedIn versucht sehr intensiv, das Recruiting für international agierende Unternehmen zu optimieren. Die Karriereseiten ermöglichen Unternehmen gegen eine monatliche Gebühr das systematische Suchen nach potentiellen Mitarbeitern. Indem sie kreative Anzeigen schalten, soll sich das Interesse der Nutzer erhöhen.

Was eignet sich für mich am besten?

Die wichtigsten Argumente haben sich im Artikel bereits klar herauskristallisiert. Befindet man sich als Nutzer oder Unternehmen eher im deutschsprachigen Raum, bietet Xing deutlichen Mehrwert. Möchte man jedoch mit Personen auf der ganzen Welt in Kontakt kommen, hat LinkedIn die Nase vorn. Es unterscheiden sich grundlegend die Konzepte und Strategien der beiden Netzwerke. Xing peilt eine stärkere Monetarisierung an, um Recruiter den Zugriff auf Nutzerdaten zu ermöglichen. Es ist quasi ein Mittel zum Zweck. LinkedIn dagegen steuert immer mehr in Richtung Wissensaustausch und Netzwerkgedanke. Die Jobsuche selbst rückt wahrnehmbar in den Hintergrund. Durch die Kommunikation, das Interagieren der Nutzer oder die Aneignung von Wissen soll das Matching von Nachfrage und Bedarf organischer stattfinden und weniger wie eine Fachzeitschrift wirken.

linkedin feed

Daher empfehlen wir für jemanden, der sich einfach online präsentieren und eher selten aktiv sein möchte, Xing. Dort können hochwertige Inhalte konsumiert werden. Diese sind jedoch häufig (gegen Kosten) platziert und sollen das pragmatische Informieren unterstützen. Wenn man jedoch aktiv seine Gedanken teilen und die anderer Nutzer aufnehmen möchte, sollte man sich für LinkedIn entscheiden. Die Plattform versucht stark, den Fokus auf das Wissen der Individuen zu lenken. Anstatt nur zu konsumieren, sind eigene Beiträge willkommen. Zudem ist die potentielle Reichweite viel größer.

Du hast Fragen zu beiden Plattformen oder möchtest dich selbst besser online präsentieren? Das Team von CATCHEr steht dir gerne zur Verfügung.

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